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Level 2 - Timing
Level 2 - Timing

Level 2 - Timing

Abschluss:

Stell dein Metronom so ein, dass es nur am Taktanfang erklingt und spiele 1 Minute lang zuverlÀssig in Time mit dem Metronom.

Das Thema ist gespielt.

Das Solo beginnt. Du spielst.

Doch irgendwie fĂŒhlt sich alles ein wenig zu aufgelöst an.

Irgendwas ist nicht ganz richtig, obwohl du die richtigen Töne spielst.

Das Problem

Musik funktioniert ĂŒber einen geheimen Morsecode: Timing. Du kannst prinzipiell die richtigen Rhythmen spielen und trotzdem daneben klingen.

💡 Timing ist die StabilitĂ€t des Grundschlags in einem bestimmten Tempo. Beim Musizieren mĂŒssen alle dasselbe Timing haben, damit sich der Groove gut anfĂŒhlt.

Allerdings handelt es sich um eine subtile Kunst, bei der es um Bruchteile von Sekunden geht und um stĂ€ndige Balance zwischen Innen (-dir-) und Außen (-der Musik).

Du kannst kein Timing entwickeln, wenn du immer unbegleitet alleine spielst. Es hilft aber leider auch nicht viel, irgendwie mit Metronom oder Backingtracks zu ĂŒben – sie sind wie StĂŒtzrĂ€der am Fahrrad: Du lernst mit ihnen nicht, selbst die Balance zu halten weil du nicht umfallen kannst.

Die Lösung

Was du dir erarbeiten musst, ist ein stabiler innerer Puls.

Und dafĂŒr gibt es eine wirklich einfache Lösung: Mit einem Metronom, das nur auf ausgewĂ€hlten SchlĂ€gen zu hören ist, musst du den Puls selbst kreieren und stĂ€ndig anpassen.

So ĂŒbst du die zwei essenziellen FĂ€higkeiten fĂŒr gutes Timing:

  1. Zuhören und konstant anpassen
  2. Einen Puls in einem gleichbleibenden Tempo kreieren

So entwickelst du dein Timing

In einem Satz: Setze dein Metronom beim Üben nur auf die TaktanfĂ€nge – auf die "Eins".

FĂŒr das alltĂ€gliche Üben

Spiele jegliches Übematerial mit einem langsamen Klick und mach dir rational (denken/benennen) und spielerisch (MuskelgedĂ€chtnis/GefĂŒhl) klar...

  • welche Taktart du spielst
  • wo die TaktanfĂ€nge (und somit die Klicks) sind

Vorgehensweise

  1. Stelle Tempo und Taktart deines Metronoms ein und entferne alle Klicks außer den Klick auf die 1
  2. ZĂ€hle laut oder in Gedanken den Grundschlag des Taktes zum Metronom bis du gut genug im Groove bist
  3. Spiele auf deinem Instrument, was du gerade ĂŒbst. ZĂ€hle weiterhin im Kopf mit

Tricks und Fokus

Der hĂ€ufigste Fehler beim ZĂ€hlen: UngleichmĂ€ĂŸige Unterteilung des Taktes. Die GrundschlĂ€ge und alle Unterteilungen mĂŒssen gleichmĂ€ĂŸig durchlaufen, wie ein Uhrwerk. Du kannst als Hilfe im Takt gehen und die großen Unterteilungen mit deinen Schritten synchronisieren.

Sprich die Unterteilungen der Takte gleichmĂ€ĂŸig und nutze die Halbierung des Grundschlags, wenn du mehr Genauigkeit brauchst.

Ich nutze persönlich Rhythmussilben zum Unterteilen des Grundschlags. TaktlĂ€ngen und Rhythmen folgen dann einer mathematischen Logik. Die AusfĂŒhrung dieses Systems wĂŒrde jedoch hier gerade den Rahmen sprengen. Deshalb hier die Silben zum Selbst-Probieren:

Ta = 1 Take = 2 Gamela=3 Taketina=4

Den Meisten hilft das rationale GrundgerĂŒst beim ZĂ€hlen vorerst sowieso mehr:

Taktart
ZĂ€hlweise (halbierter Grundschlag)
4/4
1 und 2 und 3 und 4 und 1 und 2 und 3 und...
3/4
1 und 2 und 3 und 1 und 2 und 3 und 1 und...
6/8
1 und 2 und 3 und 4 und 5 und 6 und 1 und


Metronom-Hack

Wenn dein Metronom keine Einstellung zum Weglassen von SchlĂ€gen hat, kannst du dein gewĂŒnschtes Tempo einfach trotzdem eingeben oder eintappen und anschließend entsprechend der Taktart rechnen:

  • 4/4 → durch 4
  • 3/4 → durch 3
  • 6/8 → durch 6

Schon hast du dein Tempo fĂŒr ein "Klick" am Taktanfang.

Ohne Instrument

Du kannst jederzeit auf den Oberschenkeln klopfen, verbalisieren oder sonstwo trommeln, was dir gerade einfÀllt: Einfache TaktschlÀge mit oder ohne Unterteilungen oder Grooves & Rhythmen von Melodien.

🎯 Egal ob mit oder ohne Metronom – konzentriere dich auf ein gutes GefĂŒhl beim Grooven - denn darum geht es am Ende.

Du hast das Level geschafft, wenn...

...du 1 Minute lang zuverlÀssig in deiner gewÀhlten Taktart auf dem Klick landest.

đŸ”„ Hardcoremodus

Setze den Metronomschlag auf jeden zweiten (vierten, achten, sechzehnten) Taktanfang.

Audiobeispiele & Material

💗Metronom-Apps
Dein Freund das Metronom (4).pdf730 KiB

FAQ

(Bisher noch keine hÀufigen Fragen)

WeiterfĂŒhrend: Warum funktioniert das so?

Alle Töne ordnen sich in einem mathematisch definierbaren VerhÀltnis zueinander an. Unser Schönheitsempfinden funktioniert bei Rhythmus genauso wie bei Tönen (= Frequenzen):

VerhÀltnis
Wahrnehmung
Klar und einfach (z.B. 1:2, 1:3, 1:4)
Konsonant (wohlklingend)
Komplex (z.B. 153:403892)
Dissonant (schief/spannungsreich)

Wenn wir ein gutes Timing haben, nÀhern wir uns mathematischer Perfektion an, was als schön wahrgenommen wird. Mathematische Perfektion selbst (wie z.B. das Metronom) nehmen wir als eher langweilig oder leblos wahr.

Bei einem schlechten Timing produzieren wir keine AnnĂ€herung an ein "schönes" (klares, einfaches) VerhĂ€ltnis, sondern Chaos. Und das fĂŒhlt man ĂŒberwiegend unterbewusst.

â„č Bei der Intonation von Tönen ist es genau dasselbe: Gute Intonation = AnnĂ€herung an perfekte mathematische VerhĂ€ltnisse, Schlechte Intonation = Chaos = Dissonant

Fun Fact: Wenn man Rhythmen digital um ein Vielfaches beschleunigt, werden sie zu Tönen – und andersherum werden Töne bei extremer Verlangsamung zu Rhythmen.

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