Adolphe Sax war nicht nur ein erstklassiger Instrumentenbauer, er war auch ein Virtuose auf der Klarinette. Vielleicht wäre er ein berühmter Musiker geworden, wenn er damals nicht immer wieder an der Konstruktion seiner Klarinetten und anderen Instrumenten rumgebastelt hätte und seine Zeit auf die Entwicklung neuer Modelle statt aufs Üben und Auftreten verwendet hättte. Das Saxophon ist so etwas wie eine Klarinette aus Metall, aber ein nicht unwichtiges Detail ist komplett anders: Auf der Klarinette gibt es eine “Oktavklappe” die dem Spieler erlaubt in neue Tonhöhen aufzusteigen, wie auf dem Saxophon.
Ich bin sehr dankbar, dass sich Sax darüber Gedanken gemacht hat und verändert hat, was ihn auf der Klarinette gestört hat. Durch diesen kleinen Umstand ist das Saxophon wirklich erheblich einfacher zu spielen über die Oktaven hinweg. Wenn du in die Grafik schaust, siehst du 2 Oktaven mit jeweils 12 Tönen. Durch die funktionierende Oktavklappe hast du einen Riesenvorteil gegenüber der Klarinette: Du brauchst nur 12 Griffe lernen (=1. Oktave) um 24 Töne (=1.+2.Oktave) spielen zu können. Dazu sind diese 12 Griffe auch noch alle sehr leicht erreichbar: Wenn du deine Finger alle auf ihren Positionen hast brauchst du keine komplexere Bewegung zu machen als drücken oder nicht drücken. Aus diesem Grund kannst du in den genannten zwei Oktaven enorm schnell deine technischen Fähigkeiten entwickeln und leicht lernen, schnell zu spielen.

↗️Du siehst, es gibt zwei Oktaven - diese Oktaven haben genau die gleichen Griffe mit dem einzigen Unterschied, dass in der zweiten Oktave die Oktavklappe gedrückt wird und in der ersten nicht. All die Griffe in dieser Oktaven haben gemeinsam, dass du deine Finger immer an der gleichen Stelle liegen lassen kannst. Das ist wirklich sehr praktisch und eine tolle Idee von Herrn Sax. Wenn du nun nämlich, sagen wir deine Pentatonik auf dem ganzen Saxophon lernen möchtest, hast du einen guten Bereich um damit anzufangen - und du musst auch wirklich nur eine handvoll Griffe lernen um ein dutzend Töne auf dem Instrument zu produzieren ohne irgendwelche Fingerbewegungen zu machen die über drücken und nicht-drücken hinausgehen.
Das ist in den extremen Bereichen des Saxophons nämlich der Fall: für die tiefen Töne musst du deine kleinen Finger zur Seite bewegen und dann wieder zurückfinden. Und oben bei den Palmkeys lernst du auch komplett andere Bewegungen als in den zwei Oktaven. Aus diesem Grund gilt für Anfänger:
- Erst mal die zwei Oktaven gut genug meistern und dann in die extremen Lagen vordringen